E-Mobilität – Erfahrungsbericht von Roland Kuras

Seit Anfang 2017 haben wir das erste E Auto im Firmenfuhrpark und seither wurden damit rund 10.000 km zurückgelegt. Ich kann mich noch gut an meine erste Fahrt erinnern. Es war an einem kälteren Jännertag und ich bin einmal gleich ohne Heizung gefahren, damit ich eine größere Reichweite habe. Wie sich gezeigt hat, ist das überhaupt nicht notwendig.

In der Zwischenzeit hat man ein gutes Gefühl für die nur sehr geringfügig veränderten Rahmenbedingungen bekommen. Die größte Umstellung ist, dass wir die Strecken genauer planen und schauen, ob vorher das Auto in der Firma oder zu Hause geladen werden soll.

Grundsätzlich achtet man noch mehr auf den Verbrauch. Dieser liegt derzeit bei 14,4 kWh pro 100km und entspricht rund 1,3 Liter Diesel. Da– bis auf wenige Ausnahmen – das Auto nur in der Firma – an der eigenen Ladestation geladen wird, liegen die Kosten pro 100 km bei etwa 2,2 Euro netto.

Nachfolgend ein paar Gedanken, was bei einer Anschaffung eines E Autos für die Firma beachtet werden soll:

  • Ladestation in der Firma planen: Da man meistens ein paar Stunden in der Firma ist, genügt schon eine Ladestation mit einigen kW Ladeleistung. Die Gesamtkosten so einer Station mit Installation und Wallbox liegen im Bereich von 2.500,- Euro netto. Abgeklärt sollte allerdings, ob der Parkplatz allgemeinzugänglich ist oder nur auf Mitarbeiter beschränkt ist. Davon hängt ab, ob eine mögliche Karten-/Zeitschaltung geplant werden sollte.
  • Ladestation zu Hause: Meistens können die Autos direkt an eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Das reicht vom Ladestrom deshalb, weil das Auto über Nacht geladen wird. Ein Elektriker muss vorher jedoch prüfen, ob die Steckdose für eine Dauerleistung ausgelegt ist.
  • Öffentliche Ladestationen: Es gibt schon mehr öffentliche Ladestationen als man denkt. Zur Orientierung ist es hier hilfreich sich einfach eine App auf das Handy zu laden. Abhängig davon, wie oft man sein Auto im öffentlichen Bereich lädt, variiert der zu wählende Tarif sehr stark.
  • Wahl des E-Autos. Welches Modell sich eignet, hängt vor allem von den zurückzulegenden Entfernungen ab. In den meisten Fällen wir die Tageskilometerleistung unter 150 km liegen und es gibt schon einige Fahrzeuge, für die solche Strecken kein Problem sind. Gerade im Bereich eines Fuhrparks kann ein Lösungsansatz für die Übergangszeit sein, länger Strecken noch mit einem Benziner/Diesel zurückzulegen und für andere auf das E-Auto zurückzugreifen.
  • Wirtschaftlichkeit. Durch die geringeren Betriebskosten – Kraftstoff, Service usw. und möglicher Förderungen – kann von einer statischen Amortisationszeit unter drei Jahren ausgegangen werden. Wichtig ist hier gleich beim Kauf- oder Leasingvertrag auf die Vorgaben von Förderstellen zu achten. E Autos im Premiumsegment sind davon selbstverständlich ausgenommen.